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Die Neun-Welten-Säule

In alten Überlieferungen finden sich Hinweise auf einen immergrünen Weltenbaum, von dem es heißt, er sei der größte und schönste aller Bäume. Seine Krone ist so riesig, dass sie sich über alle neun Welten erstreckt. Diese Bilder sind Grundlage der germanischen Mythologie und somit Basis der vorchristlichen, wikingerzeitlichen Glaubenswelt. Die „Neun-Welten-Säule“ ist der Versuch, die wesentlichen Elemente dieser Vorstellung sichtbar zu machen. Es finden sich darauf Symbole des Weltenbaumes mit den Wesen, die darauf leben, sowie verschiedene Bilder, welche die neun Welten symbolisieren.

Hier zunächst die Tiere unserer Neun-Welten-Säule: Ein Adler sitzt in der Krone. Die Hirsche fressen von den Blättern des Weltenbaumes. Die Midgardschlange liegt im Meer einmal um die Welt Midgard herum. Auf dem Wasser des Urdbrunnens schwimmen Schwäne. Die Schlangen leben in einer der Quellen unter der Wurzel und an dieser nagt der Drache Nidhöggr. Zwischen diesen unterschiedlichen Ebenen flitzt das Eichhörnchen Ratatöskr hin und her und verbreitet Zwietracht.

geschnitzter Adler, sitzend Hirsch, nur ihre Köpfe sind dargestellt, am Weltenbaum-Laub, geschnitzt Ein geschnitzter Kopf der Mittgardschlange mit wildem Auge, spitzen Zähnen und langer Zunge

Zwei Schwäne als Reliefschnitzung, an der Säule in Höhe der Beine. Der Kopf eines schlangenartigen Drachens mit in die Holzfläche eingelassenen Glasaugen. Dreidimensional dargestelltes Eichhörnchen, das am Stamm der geschnitzten Säule sitzt.

Asgard, die Welt der Götter, wird durch eine Burg und den Dreiecksknoten Valknot sybolisiert. Das Gjallarhorn Heimdalls ertönt und Thor wirft seinen Hammer Mjöllnir. Die Verbindung zwischen Götter- und Menschenwelt wird durch den Regenbogen Bifröst gebildet. Schönheit, Reichtum und Kunst der Welt Alfheim zeigen Schatzkiste und Füllhorn, Fruchtbarkeit und Ernte Vanaheims werden durch die Kornähre und den Phallus verkörpert.

Asgard, die Burg der Götter, dargestellt als Palisadenwand mit Tür- und Fensteröffnungen. Ein Ornament aus ineinander verflochtenen Dreiecken, die durch eine einzige Linie gebildet werden.  Bärtige Gestalt, die ein Horn an den Lippen hält, geschnitzt in Profilansicht.

Ein geschnitzter Hammer, der an der Säule von Asgard aus Richtung Mittgard fliegt, um dort vor Riesen zu schützen.. Ein Bogen aus parallen laufenden Rillen, die auf der Holzsäule einen Regenbogen abbilden sollen, der zwischen der Burg der Götter und dem Menschenhaus in Midgard verläuft. Eine Schatzkiste im Format wikingerzeitlicher Funde, also unten breiter als oben.

Ein sich zur Öffnung hin erweiterndes Horn mit Zierlinien, dessen Öffnung nach unten zeigt. Eine Kornähre, deren Form in das Holz des Stammes hineingeritzt ist. Ein Phallus, der mit seine Spitze nach oben zeigt.

Die Welt der Menschen, Midgard, wird durch ein Haus, ein Schiff und ein Ochsengespann dargestellt.

Ein Blockhaus mit Seitenwänden aus erkennbaren Stämmen und einem Reetdach, dessen Eindeckung mit feineren Rillen dargestellt ist. Die Längsseite hat Fenster, die Schnalseite eine Tür und oben am Giebel Tierkopfverzierungen. Ein Wikingerschiff mit getreiftem Segel und Schilden an der Bordwand. Ein Rind zieht einen Plug, der von einem Menschen hinten gehalten wird.

Die Riesen Utgards verkörpern Urgewalten, sie bevölkern das eisige Niflheim sowie das feurige Muspelheim mit seinen Vulkanen. Außerdem wird als Welt der Riesen noch Jötunheim erwähnt. Riesen finden sich auch in vielen Sagen unserer Region wieder, beispielsweise in der über Rieseby und Ulsnis mit den steinewerfenden Riesen.

Ein kegelförmiger Vulkan, aus dessen Öffnung oben Feuer und Funkenflug durch Linien dargestellt sind. In den Stamm auf Körperhöhe herausgearbeitet zwei Gestalten, die große Steine über ihren Köpfen halten. Die rechte ist etwas tiefer eingeschnitzt. Zwischen ihnen ein vergleichsweise kleiner Baum.

In Schwarzalbenheim schmieden Zwerge ihre berühmten Kunstwerke.

Auf Körperhöhe dargestellt: Drei Zwerge, die um einen Amboss stehen, über den der linke etwas hält. Der mittlere Zwerg hebt über seinen Kopf einen großen Schmiedehammer, der rechte Zwerg ist von hinten dargestellt. Das Foto zeigt nur zwei der drei Zwerge.

Helheim ist das Reich der Göttin Hel, halb hell und halb dunkel. Das Großsteingrab ist Symbol für ihre Welt der Toten.

Das Gesicht der Göttin Hel von vorn. Die linke Hälfte des aus dem Holz herausgearbeiteten Gesichtes ist etwas dunkler eingefärbt. . Ein Großsteingrab, das in seitlicher Ansicht mit vier Wandsteinen und einem großen Deckstein dargestellt ist.

Am Fuß des Weltenbaumes, unter seinen Wurzeln, befindet sich der Brunnen Mimirs. Auch die drei Nornen sitzen dort am Urdbrunnen und weben die Schicksale aller Lebewesen. Aus einer weiteren, schlangenbewohnten Quelle, dem Kessel Hvergelmir, entspringen alle Flüsse.

Ein zerfurchtes Gesicht mit Bart und langem Haar, das sich über eine Brunneneinfassung erhebt, die aus Steinen erbaut ist. Am Stamm auf Beinhöhe: Drei Gestalten, bestehend aus in Umhänge gehüllte Oberkörpern. Die Hände fassen an ein Seil, das sich von einer zur anderen Figur zieht. Auf Beinhöhe: Ein Kessel, der auf der Seite liegt, und aus dem links etwas herausströmt. Rechts hat er die Füße, auf denen er sonst stehen würde. Seine Oberfläüche weist ein Ziermuster auf. Direkt über den Wellenlinien, welche aus seiner Öffnung fließen, ist das Gesicht Hels.

Die Runeninschrift stammt aus dem 12. Jhd. und wurde auf einem Knochen in der Schleswiger Altstadt gefunden. Sie zeigt alle Runen der jüngeren Runenreihe (Futhark) und befindet sich heute im Schloss Gottorf. Bei diesem Futhark handelt es sich um eine Besonderheit, denn die speziellen Punktmarkierungen zeigen einen Codierschlüssel auf, mit dessen Hilfe Geheimrunen erstellt wurden. Für solche Geheimrunen existieren im skandinavischen Raum mehrere Beispielfunde.

Ganz oben, unter dem Adler und den Hirschen an der Säule, ist fast ganz stammumfassend die Runeninschrift. Die 16 Zeichen mit den Punkten dazwischen sind auf glatter Fläche eingeritzt und dunkel eingefärbt, damit sie durch den Kontrast auch von unten her zu erkennen sind.

Man geht davon aus, dass jede einzelne Rune eine ganz bestimmte Kraft symbolisiert. Alle Runen in entsprechender Reihenfolge symbolisieren somit sämtliche Kräfte und Energien der neun Welten. Diese Art der Runennutzung ist somit weniger als Schrift denn als magischer Schutz- und Heilungszauber zu verstehen.

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Einweihung der „Neun-Welten-Säule vor dem Slesvighus

weiter richtung Innenstadt

Ni verden-søjlen

I gamle sagn finder man henvisninger til det evigt, grønne verdenstræ om hvilket der fortælles, at det er det største og skønneste træ af alle træer. Trækronen er så stor at den rækker over alle ni verdener. Disse billeder er grundlaget for den germanske mytologi og dermed basis for trosverdenen i den førkristne tid, og vikingetiden. ”Ni verden- søjlen” er et forsøg på at synliggøre de væsentlige elementer i en sådan forestilling. På søjlen befinder der sig symboler på de væsener som bor i træet, og tilmed forskellige billeder som symboliserer ”De ni verdener”.

Dyrene på ”Ni verden- søjlen”: En ørn sidder i kronen på træet. Hjortene spiser verdenstræets blade. Midgårdsormen ligger i havet og omfavner Midgård. Svaner svømmer på kildebrøndens vand. Slangerne lever i en kilde under træets rødder, som dragen Nidhug gnaver på. Imellem de forskellige elementer er det egernet Ratatosk der hurtigt bevæger sig fra sted til sted og skaber ufred.

Asgård, gudernes verden, bliver symboliseret gennem en borg og trekantsknuden Valknot. Hjemdals Gjallarhorn høres, og Tor kaster sin hammer, Mjølnir. Forbindelsen mellem menneskernes og gudernes verden bliver symboliseret igennem regnbuen Bifrost. En skattekiste og et overflødelighedshorn symboliserer Alfhjems skønhed, rigdom og kunst, mens kornaks og fallos står for frugtbarhed og høst.

Midgård, menneskernes verden, bliver symboliseret gennem et hus, et skib, og en oksekærre.

Udgårds kæmper står for de elementære kræfter og er bosat både i det iskolde Niflhjem, og i det glødende, hede Muspelhjem med dets vulkaner. Desuden nævnes Jotunhjem også som kæmpernes hjem. Fortællinger om kæmper dukker også regionalt op, for eksempel i sagnet om den stenkastende kæmpe i Riseby og Ulvsnæs.

I Svartalfhjem er det dværgende der smeder berømte kunstværker.

Helhjem er gudinden Hel´s rige, halv lyst, halv mørkt. Den store stengrav er symbolet for de dødes verden.

Ved verdenstræets fod, under dets rødder, står Mimir´s brønd. Der sidder også de tre norner og væver skæbner for alle væsener. Ud af en anden slangekilde, kedlen Hvergelmer, udspringer alle floder.

Runeindskriften stammer fra det tolvte århundrede og blev fundet på en knogle i Slesvig´s gamle bydel. Runerne tildeles den yngre række af runer (Futhark) og befinder sig i dag på Gottorp Slot. Ved denne Futhark handler det sig om en særegenhed. Prikmarkeringerne  er en kodenøgle, med hvilken man kunne skrive hemmelige runer. Der findes flere eksempler i det skandinaviske område for denne slags hemmelige runer. Man går ud fra at hver enkelte rune symboliserer en hel bestemt slags styrke. Runerne, opsat i tilsvarende rækkefølge,  symboliserer dermed ”de ni verdeners” samlede kraft og styrke. Denne opsætning af runer kan dermed tydes mere som en magisk trylleformel for beskyttelse og helbredelse, end som almindelig runeskrift.

 

The Pillar of the Nine Worlds

In old historical tradition hints towards an evergreen tree of worlds can be found, which was said to be the biggest and most beautiful of all trees. Its crown is so huge that it reaches over all off the nine worlds. These images build the foundation of the germanic mythology and therefore are the basis for the world of beliefs in the pre-Christian, viking times. The „ Pillar of the Nine Worlds“ shows the attempt to make the essential elements of this perception visible. It shows symbols of the world tree with the beings living on it, as well as several images symbolizing the nine worlds.

First of all the animals of our Pillar of the Nine Worlds: An eagle is sitting in the crown. There are deer eating leaves from the world tree. The Midgard Serpent lies in the sea, reaching all around whole Midgard. On the surface of the well of Urd swans are swimming. Snakes are living in one of the springs underneath the roots, on which the dragon Nidhöggr is gnawing. Among all of this different levels the squirrel Ratatöskr is whizzing to and fro, spreading dissension.

Asgard, world of the gods, is symbolized by a castle and the triangular knot Valknot. The Gjallarhorn of Heimdall rings out and Thor is casting his hammer Mjöllnir. The connection between the worlds of gods and men is built by the rainbow Bifröst. Beauty, wealth and artistry of the world Alfheim treasure chest and cornucopia, a horn of plenty, are showing. Fertility and harvesting of Vanaheim are being represented by the grain spike and the phallus.

The world of men, Midgard, is depicted by a house, a ship and a yoke of oxen.

The giants of Utgard personify elemental forces and they populate the icy Niflheim and the fiery Muspelheim with its volcanoes. Besides that, Jötunheim is also mentioned as world of the giants. Giants are also found in many legends from our own region, for example the one about Rieseby and Ulsnis with the rock-trowing giants.

In Schwarzalbenheim (Svartálfaheim) dwarves are forging their famous artworks.

Helheim is the realm of the goddess Hel, half light, half dark. The megalithic tomb is the symbol of her world of the dead.

At the foot of the world tree, beneath its roots, the Mimir’s Well is located. The three Nornes are also sitting there, at the well of Urd, weaving the fate of all living beings. In another, snake-inhabited spring, the kettle Hvergelmir, all rivers have their source.

The runic inscription dates back to the 12th century and has been found on a bone in the historic centre of Schleswig. It shows all runes from the younger runic alphabet (Futhark) and is located at Castle Gottorf today. In this case of a Futhark we can see a peculiarity, because the special dot marks show a coding key, with the aid of which secret runes could be generated. In the skandinavian area severeal examples for such secret runes have been found.
It is assumed that every single rune was symbolizing a certain power. All runes in appropriate order therefore symbolize all of the powers and energies of the nine worlds. This kind of use for runes can therefore be understood as less of a scripture, but as more of a magic charm for protection and healing.